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Breel Embolos Abflug nach Amerika verzögert sich weiter – am Mittwoch musste er auf der US

Breel Embolos Abflug nach Amerika verzögert sich weiter – am Mittwoch musste er auf der US-Botschaft in Bern ein Visum beantragen Das Schweizer Nationalteam wartet im WM-Camp in San Diego weiter auf seinen besten Stürmer. Haben die Verantwortlichen die Folgen von Embolos Verurteilung im Herbst unterschätzt? Breel Embolo ist immer noch in der Schweiz. Nachdem ihm am Dienstag die Einreisebewilligung für die USA nicht gewährt worden ist, sucht der Schweizerische Fussballverband (SFV) nach Lösungen, damit der beste Stürmer des Nationalteams möglichst rasch im WM-Camp in San Diego eintrifft. Aber nun kommt es zu weiteren Verzögerungen. Am Mittwoch musste der 29-Jährige persönlich auf der US-Botschaft in Bern erscheinen, um statt der abgelehnten elektronischen Einreisegenehmigung (Esta) ein Visum zu beantragen. Dieser Antrag wird nun mit Priorität behandelt und einer Prüfung unterzogen, wie der SFV am Mittwochnachmittag mitteilte. Das bedeutet: Embolo wird frühestens am Donnerstag in ein Flugzeug in Richtung USA steigen können. Neben dem Reisepartner des SFV kümmert sich auch die Verbandsspitze darum, dass Breel Embolo schnellstmöglich nachreisen kann. Der Verband steht in engem Kontakt mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Auf Anfrage der NZZ schreibt dieses: «Das EDA ist über den Fall informiert und steht in engem Kontakt mit der US-Botschaft in Bern, um die Sachlage zu klären und so rasch wie möglich eine Lösung zu finden, damit Herr Embolo in die USA einreisen kann.» Der SFV-Medienchef Adrian Arnold sprach am Mittwochmorgen in San Diego, wo das Schweizer Nationalteam sich derzeit auf die WM vorbereitet, von «positiven Signalen» bezüglich des Visumsantrags von Embolo. Allerdings mochte Arnold keine Prognose abgeben, wann der Stürmer in den USA eintreffen wird. Seit April ist Embolo rechtskräftig verurteilt Als das Schweizer Nationalteam im vergangenen Juni für zwei Testspiele in die USA flog, hatte Embolo keinerlei Probleme bei der Einreise. Am Mittwochnachmittag teilte der SFV nun mit, dass die nicht genehmigte Einreisebewilligung mit Embolos Verurteilung wegen mehrfacher Drohung zusammenhängt. Im Herbst 2025 bestätigte das Appellationsgericht Basel-Stadt in zweiter Instanz den Schuldspruch des Strafgerichts, nachdem Embolo dagegen in Berufung gegangen war. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Embolo bei einer Auseinandersetzung in der Steinenvorstadt im Jahr 2018 massive Drohungen gegen eine andere Person ausgesprochen hatte. Das Strafmass: eine Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 3000 Franken – der Maximalsatz aufgrund von Embolos hohem Einkommen. Der Fussballer akzeptierte den Schuldspruch, rechtskräftig wurde das Urteil in diesem Frühling. Wird eine elektronische Einreisegenehmigung (Esta) ausgestellt, so ist sie zwei Jahre lang gültig. Eine der Fragen im Antragsformular lautet, ob man jemals für eine Straftat verhaftet oder verurteilt worden sei, bei der eine Person oder eine Sache «ernsthaften Schaden» genommen habe. Die automatisierte Erstprüfung erkennt einen Fehler beim Ausfüllen des Formulars nicht immer sofort. Es ist daher gut möglich, dass Embolos Antrag bewilligt wurde und erst die Beamten am Flughafen einen Fehler entdeckt haben. Etwa weil Embolos Verurteilung mittlerweile in ihrem System hinterlegt ist, was dann eine «Neubewertung» beziehungsweise Rückweisung des Antrags nötig machte. Die US-Botschaft informierte Embolo am Dienstagnachmittag, dass sie die Gerichtsdokumente zu jenem Fall aus dem Jahr 2018 benötige. Um abklären zu können, ob damals «physische Gewalt zur Anwendung» gekommen sei. Das war nicht der Fall. Was die Hoffnung nährt, dass Embolo die Genehmigung schon bald erhält. Einige Fragen bleiben aber sowieso zurück, insbesondere jene, ob der SFV in dieser Angelegenheit seine Hausaufgaben gemacht hat. Laut dem Sprecher Arnold kam man im Verband zu dem Schluss, dass Embolos Verurteilung keinen Einfluss auf seine bereits erteilte Esta-Genehmigung habe. Das erwies sich als Fehleinschätzung. Der sichere Weg wäre es angesichts der Verurteilung Embolos gewesen, von Anfang an ein Visum für ihn zu beantragen. Arnold sagte dazu sinngemäss, dass man im Nachhinein immer schlauer sei. Embolo ist in prominenter Gesellschaft Embolo ist nicht der einzige WM-Teilnehmer, dessen Anreise sich verzögert. Auch das südafrikanische Nationalteam konnte am Sonntagabend nicht wie geplant in sein WM-Camp in Mexiko fliegen. Weil mehrere Mitglieder der Delegation keine gültigen Reisepapiere für die USA bekommen hatten, wie der südafrikanische Sportminister Gayton McKenzie in den sozialen Netzwerken mitteilte. Südafrika, am 11. Juni Gegner von Mexiko im WM-Eröffnungsspiel, wird sein zweites Gruppenspiel gegen Tschechien in Atlanta absolvieren. Mit Visa-Problemen in den USA kannte sich auch Diego Maradona bestens aus. Nachdem der Argentinier an der WM 1994 in den USA positiv auf Ephedrin getestet und des Dopings überführt worden war, widerriefen die amerikanischen Behörden sein Visum. Der Weltmeister von 1986 durfte danach jahrelang nicht in die USA einreisen. Als er es 2018 erneut versuchte, verhinderten dies die amerikanischen Behörden. Angeblich verweigerten sie ihm das Visum, weil Maradona den US-Präsidenten Donald Trump in einem Fernsehinterview zuvor als «Marionette» («chirolita») bezeichnet hatte. Maradona trug manchmal zwei Rolex – an jedem Handgelenk eine. Karl-Heinz Rummenigge, der langjährige Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, wollte im Jahr 2013 zwei dieser Luxusuhren nach Deutschland einführen. Dumm nur, dass er vergass, die aus Katar mitgebrachten Uhren am Münchner Flughafen korrekt zu verzollen. Kostenpunkt des Missgeschicks? 250 000 Euro Geldbusse per Strafbefehl. Als der deutsche Rekordmeister im Sommer 2014 dann für eine Testspiel-Reise nach Amerika ging, konnte Rummenigge nicht mitfliegen. Der FC Bayern begründete Rummenigges Einreiseproblem damals damit, dass das Visum zwar bereits erteilt, «durch technische Probleme aber noch nicht ausgestellt» worden sei. Auch seinerzeit lag die Vermutung nahe, dass das etwas mit Rummenigges Vorstrafe zu tun hatte. Erwiesen ist das aber nicht. Zwei Tage später konnte der Mister Bayern dann in die USA nachreisen. Darauf hofft nun auch Breel Embolo.

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