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DIE NEUESTEN ENTWICKLUNGEN - Gescheiterte Investorenpläne der Fifa: Fifa-Präsident Infantino tritt 2027 zur Wiederwahl an

Gescheiterte Investorenpläne der Fifa: Fifa-Präsident Infantino tritt 2027 zur Wiederwahl an Die Fifa wollte einen Teil der kommerziellen Rechte an den Turnieren an private Investoren abgeben. Anfang August hat der Verband das Vorhaben zurückgezogen. Die wichtigsten Fragen und Antworten. Die neuesten Entwicklungen: - Der massiv unter Druck stehende Fifa-Präsident Gianni Infantino will sich im kommenden Jahr zur Wiederwahl stellen. Das berichtet die deutsche Presse-Agentur am Sonntag (6. 9.). «Der Fifa-Präsident hat im April angekündigt, dass er 2027 zur Wiederwahl antreten wird. Natürlich hat sich daran nichts geändert», wird eine Sprecherin des Weltfussballverbands in der Meldung zitiert. - Der Fussball-Weltverband Fifa wirft dem europäischen Kontinentalverband Uefa eine «Verleumdungskampagne» vor. Das geht aus Dokumenten hervor, die die Fifa bei einem New Yorker Gericht einreichte. Zuerst hatte das Portal «The Athletic» am Donnerstag (3. 9.) darüber berichtet. Die von der Uefa an mehrere Gerichte parallel gestellten Anträge seien nicht mehr als blosse Pressemitteilungen, «die dazu dienen, die Verleumdungskampagne der Uefa gegen die Fifa und deren Führung weiter voranzutreiben», heisst es in einem an ein Gericht im Gliedstaat Florida ergangenen Schreiben vom 1. September. Der Uefa gehe es mit ihren Anträgen darum, Informationen offenzulegen, die nach den Fifa-Regularien vertraulich behandelt werden müssten. Die Fifa will nun Teil des Verfahrens werden und erwirken, dass die Entscheidung über den Uefa-Antrag verzögert wird. - Im Streit um den WM-Investorendeal bereitet die Uefa ein Strafverfahren gegen Gianni Infantino vor, wie die Deutsche Presseagentur am Mittwoch (27. 8.) berichtet. Laut den Angaben fordert der europäische Fussball die Fifa und beteiligte Finanzinstitute zur Herausgabe von Dokumenten zu dem gescheiterten Projekt auf, wie aus einem 60-seitigen Dokument an ein Distriktgericht im US-Gliedstaat Florida hervorgeht. - Im wachsenden Widerstand gegen Fifa-Chef Gianni Infantino zieht auch Italiens Fussballverband seine Unterstützung für eine Wiederwahl zurück. Der Verband werde bei der nächsten Wahl im März 2027 nicht mehr für Infantino stimmen, hiess es in einer Mitteilung vom Mittwoch (26. 8.). Hintergrund sind seine umstrittenen Investorenpläne. Inhaltsverzeichnis Warum hat die Fifa die Investorenpläne zurückgezogen? Der Weltfussballverband Fifa hat am Samstag (1. 8.) bekanntgegeben, das Projekt zum Verkauf kommerzieller Rechte von Fussballturnieren an private Investoren werde «nicht weiterverfolgt». Die Pläne hätten die Fifa-Mitgliedsverbände und den Fussball stärken sollen, das Projekt habe jedoch «zur Spaltung geführt», heisst es in der Mitteilung, die im Namen des Fifa-Präsidenten Gianni Infantino veröffentlicht wurde. Statement attributable to the FIFA President — FIFA Media (@fifamedia) July 31, 2026 The FIFA Forward Enterprise project was intended to provide a basis for further strengthening our FIFA Member Associations and our sport worldwide, especially in those countries where support is most needed. And more so, as we said… Die Absage der Fifa kam überraschend schnell. Einige Stunden zuvor hatte Infantino noch verlauten lassen, er wolle das Projekt weiterführen. In einer Mitteilung vom Freitag (31. 7.) nahm die Fifa die Rückmeldungen und Bedenken der Kontinentalverbände zwar «zur Kenntnis». Gleichzeitig bekräftigte der Weltverband sein Bekenntnis «zu einem offenen und demokratischen Konsultationsprozess». Die Fifa kritisierte in der Mitteilung unter anderem die Medien; der geplante Konsultationsprozess sei durch «fehlerhafte Berichte» beeinträchtigt worden. «Niemand verkauft den Fussball. Dies käme für die Fifa niemals infrage.» Das Vorhaben der Fifa stiess jedoch seit Bekanntmachung auf breite Kritik. Der europäische Fussballverband Uefa, der asiatische Dachverband (AFC) sowie jener von Nord- und Mittelamerika (Concacaf) lehnten den Vorschlag ab. Auch Mitarbeiter aus dem Umfeld von Infantino äusserten Kritik. Die Investorenpläne haben dazu geführt, dass das Vertrauen in Infantino gelitten hat und seine Wiederwahl gefährdet sein könnte. Nach dem Rückzug seitens der Fifa teilte die Uefa mit, man begrüsse die Entscheidung. Gleichzeitig hiess es in der Mitteilung: «Wir müssen die Verantwortlichen identifizieren und zur Rechenschaft ziehen.» Was plante die Fifa? Der Fifa-Präsident Gianni Infantino wollte einen Teil der kommerziellen Rechte an Turnieren an private Investoren verkaufen. Zu diesem Zweck sollte die neue Firma Fifa Forward Enterprise gegründet werden. Mit dem Tochterunternehmen wären sämtliche wichtigen Geschäfte über alle Fifa-Wettbewerbe hinweg gebündelt worden; von den Übertragungs- und Sponsoringrechten über das Ticketing bis hin zur Lizenzierung. Der Wert des neuen Tochterunternehmens hätte rund 20 Milliarden Dollar betragen. Die Fifa wäre zwar Mehrheitsbesitzerin der neuen Firma gewesen, aber 20 bis 30 Prozent der Anteile hätten an private Geldgeber veräussert werden sollen. Infantino versicherte, dass die Investoren keinen Einfluss auf Turnierformate, Kalender oder Spielregeln haben würden. Jedem der 211 Mitgliedsverbände wollte Infantino bei einer Zustimmung im Januar 40 Millionen Dollar auszahlen. Joshua Kushner, der Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, wäre mit seiner Investmentgesellschaft Thrive Capital federführend gewesen. Kushner sollte unter anderem mithilfe der amerikanischen Bank JP Morgan Investoren für die Minderheitsbeteiligung von 4,2 Milliarden Dollar zusammenbringen. Welche Konsequenzen hat der Fall für Gianni Infantino? Die Uefa droht dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino mit rechtlichen Schritten. Das Schreiben, das die Grosskanzlei Dechert im Auftrag der Uefa verfasst hat, liegt der «Süddeutschen Zeitung» vor. Die Uefa fordert darin Infantino auf, sämtliches Material im Zusammenhang mit dem Vorhaben aufzubewahren: «Da mit einem Verfahren zu rechnen ist, sind Sie verpflichtet, alle relevanten Unterlagen mit sofortiger Wirkung aufzubewahren.» Das Schreiben der Uefa-Anwälte ging laut Medienberichten unter anderem auch an den Technologieinvestor Joshua Kushner, der eine Schlüsselrolle bei dem Projekt hätte einnehmen sollen. Im März 2027 will sich Infantino für eine dritte und statuarisch letzte Amtszeit als Präsident wählen lassen. Darüber entscheiden wird der Fifa-Kongress. Wahlberechtigt sind die 211 Mitgliedsverbände. Im ersten Wahlgang ist eine Zweidrittelmehrheit von 141 Stimmen erforderlich, ab dem zweiten genügt die einfache Mehrheit von 106 Stimmen. Nach der heftigen Kritik und dem Rückzug der Investorenpläne stellt sich die Frage, ob Infantino noch über genügend Rückhalt verfügt. Besonders die Uefa macht Druck. Die derzeitige Fifa-Führung habe «nicht nur das Vertrauen der Uefa, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fussballfamilie verloren». Der Fussballverband Wales will als erster einzelner Verband die Wiederwahl Infantinos nicht unterstützen, wie Sky News in England berichtete. Als erster einzelner Fussballverband hat Wales öffentlich seine Unterstützung für die von Gianni Infantino beabsichtigte Wiederwahl zum Fifa-Präsidenten im kommenden Jahr entzogen. Der Fifa-Präsident Gianni Infantino will «alle interessierten Parteien» in nächster Zeit «im Geiste des gemeinsamen Interesses an unserem Sport wieder zusammenbringen», wie er am Samstag (1. 8.) in einem Schreiben der Fifa mitteilte. Ein möglicher Gegenkandidat von Infantino hat sich bislang noch nicht in Stellung gebracht. Das Zeitfenster für eine offizielle Kandidatur endet im November. Wer äusserte Kritik an den Investorenplänen? Der Widerstand gegen die Pläne von Gianni Infantino war gross. Besonders aus dem Fussball-Mutterkontinent Europa gab es Kritik. Sie reichte von der EU-Kommission über Staatsoberhäupter bis zu Klubmanagern wie Bayern Münchens Max Eberl. Auch die Uefa stellte sich gegen den geplanten Investorendeal. Nach einer Dringlichkeitssitzung verkündete sie Ende Juli, dass alle 55 Mitgliedsnationen bis auf weiteres alle Wettbewerbe der Fifa boykottieren würden. Auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) gehört zu den Mitgliedsnationen der Uefa. Der Boykott gelte, solange die Pläne der Fifa im Raum stünden. Ein solcher Boykott hätte zur Folge gehabt, dass die Weltmeisterschaft künftig ohne europäische Teams stattgefunden hätte. In der Abwesenheit grosser Fussballländer wie Spanien, England, Frankreich oder Deutschland hätte die WM ihren sportlichen Wert komplett eingebüsst. Die Boykott-Drohung seitens Uefa wurde inzwischen offenbar zurückgezogen. Das berichteten der britische Sender Sky News und «The Times» Ende August. Die WM der U20-Juniorinnen in Polen, die am 5. September begonnen hat, findet mit den Teams aus Europa statt. Laut den Berichten wird über einen Protest gegen den umstrittenen Führungsstil Infantinos aber weiter diskutiert. Der Concacaf, der Dachverband von Nord- und Mittelamerika, lehnte die verkündeten Investorenpläne geschlossen ab. Der Widerstand wurde zudem von der asiatischen Fussball-Konföderation (AFC) unterstützt. Infantino erfuhr ausserdem Widerstand aus den eigenen Reihen. Sein hochrangiger Berater Carlos Cordeiro trat aus Protest gegen das Vorhaben zurück. Er vertrat den Fussball-Weltverband zuletzt in der Task-Force des Weissen Hauses zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. «Als leitender Berater des Fifa-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fussballfan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die Fifa den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht», schrieb er. Auch Kevin Lamour, Betriebsdirektor der Fifa, äusserte Ende Juli nach Bekanntwerden der Investorenpläne Kritik. Er warf Infantino vor, die Mitarbeiter hintergangen zu haben. Sie hätten Besseres verdient als Missachtung und Einschüchterung, hiess es in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt. Mitte August hat sich der Weltfussballverband von Lamour getrennt. Zu den Gründen für das Ende der Zusammenarbeit nannte der Fifa-Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur keine Details. Warum lehnte die Uefa Infantinos Pläne rundum ab? Die Uefa kritisierte, dass die WM kein «Anlageprodukt» sei und der Fussball nicht verkauft werden dürfe. Sie rückte auch Infantinos Verbindung zu Donald Trump in den Fokus. «Die Fifa kann unseren Sport nicht weiter dazu benutzen, sich und ihre Freunde zu bereichern.» Doch die Kritik der Uefa dürfte nicht auf reiner Sorge um den Fussball beruhen. Die Fifa pushte ihre eigenen Wettbewerbe in letzter Zeit stark. Die Weltmeisterschaft wurde auf 48 Teams ausgeweitet, die Klub-Weltmeisterschaft in ein vierwöchiges Sommer-Grossturnier umgewandelt. Je stärker die Fifa ihre eigenen Formate ausbaut, desto mehr geraten die Uefa und ihr Premiumprodukt, die Champions League, unter Druck. Uefa und Fifa streiten sich dadurch um die Verteilung der weltweiten Sponsoren- und TV-Einnahmen. So geht es im Machtkampf der beiden Verbände am Ende vor allem um viel Geld. Mit Agenturmaterial.

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