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Lindt-Chef Adalbert Lechner muss per sofort gehen – die alte Garde versucht den Befreiungsschlag

Lindt-Chef Adalbert Lechner muss per sofort gehen – die alte Garde versucht den Befreiungsschlag Lindt & Sprüngli kämpft mit schwachen Verkaufszahlen und einem stark gesunkenen Aktienkurs. Nun übernimmt die alte Garde rund um Präsident Ernst Tanner und den ehemaligen Chef Dieter Weisskopf nochmals das Ruder. Wer neuer CEO wird, bleibt vorerst offen. Bei Lindt & Sprüngli kommt es zu mehreren Führungswechseln, die zeigen, dass der Schokoladekonzern in grossen Schwierigkeiten steckt. Per sofort gehen muss der Konzernchef Adalbert Lechner, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Es ist ein unrühmlicher Abgang für ein Lindt-Urgestein: Lechner arbeitete seit 33 Jahren im Unternehmen. Er gehörte zu den ersten Managern, die der Firmenpatron und heutige Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner einstellte, als er in den 1990er Jahren die Führung von Lindt & Sprüngli übernahm. Lechner leitete jahrzehntelang erfolgreich das wichtige Deutschland-Geschäft, bevor er 2022 zum Konzernchef von Lindt & Sprüngli wurde. Suche nach dauerhaftem CEO Nun lässt Verwaltungsratspräsident Tanner den Weggefährten fallen. Dass es sich um eine Absetzung handelt, lässt sich durch lobende Worte kaum kaschieren: «Der Verwaltungsrat dankt Adalbert Lechner für seinen bedeutenden Beitrag zum Erfolg von Lindt & Sprüngli in seinen 33 Jahren im Unternehmen.» An Lechners Stelle übernimmt vorerst ein anderes Lindt-Urgestein die operative Führung: Dieter Weisskopf, der das Unternehmen von 2016 bis 2022 leitete und seither als Vizepräsident im Verwaltungsrat sitzt. Weisskopf will sich in den kommenden Monaten darauf konzentrieren, das Geschäft in Europa wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Er soll interimistischer CEO bleiben, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist. Der Verwaltungsrat will den neuen Konzernchef oder die neue Konzernchefin spätestens im zweiten Quartal 2027 präsentieren. Ungewöhnliche Absatzkrise Die personellen Turbulenzen sind eine Folge davon, dass Lindt & Sprüngli seit knapp einem Jahr unter einer ungewöhnlichen Absatzkrise leidet. Vor allem in Deutschland, der Schweiz und Österreich sind die Verkaufsvolumen in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. Bereits das Ostergeschäft lief schlecht, und auch für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft haben die Händler weniger Lindor-Kugeln und Pralinés bestellt als üblich. Der Hauptgrund sind die hohen Preise: Lindt hatte seine Produkte in den vergangenen Jahren um 40 bis 50 Prozent verteuert. Dies war zum Teil nötig, weil der Weltmarktpreis für den Rohstoff Kakao stark gestiegen ist. Doch die Konzernführung unterschätzte die Reaktion der Kunden. Im März musste sie ein erstes Mal die Umsatzerwartungen für dieses Jahr nach unten schrauben. Ende September folgte die zweite Korrektur. Eine solche Häufung von Umsatzwarnungen hatte es in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht gegeben. Gleichzeitig stürzte der Aktienkurs von Lindt & Sprüngli in diesem Jahr um rund 40 Prozent ab. Dies dürfte den Abgang von Konzernchef Adalbert Lechner eingeläutet haben. Zu einem Führungswechsel kommt es auch im Markt Deutschland. Der dortige Länderchef Michal Spiller muss ebenfalls per sofort gehen. Er wird ersetzt durch den bisherigen Österreich-Chef, Ali Kulein. In Österreich wird Fabian Reinhardt, der bisherige Leiter von Global Sales am Hauptsitz in Kilchberg, übernehmen.

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