MELDUNGEN WIRTSCHAFT - Lindt-Chef Adalbert Lechner muss per sofort gehen
Lindt-Chef Adalbert Lechner muss per sofort gehen
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Lindt-Chef Adalbert Lechner muss per sofort gehen
ehj. Lindt & Sprüngli trennt sich von Konzernchef Adalbert Lechner, wie der Schokoladenhersteller am Montag (19. 10.) mitteilte. Der frühere CEO Dieter Weisskopf übernimmt per sofort interimistisch. Der Verwaltungsrat hält eine neue Führung für nötig, um zu einem dauerhaft starken Wachstum zurückzukehren.
Der 65-jährige Lechner war insgesamt 33 Jahre für den Konzern tätig. Der Österreicher stand seit Oktober 2022 an der Spitze von Lindt & Sprüngli. Damals hatte er die Nachfolge von Dieter Weisskopf angetreten, der nun vorübergehend auf seinen alten Posten zurückkehrt.
Genaue Gründe für den Abgang von Lechner erläutert der Schokoladenhersteller in seiner Mitteilung nicht. Lindt & Sprüngli kämpft jedoch seit Monaten mit Absatzproblemen. Wegen der stark gestiegenen Kakaopreise hatte der Schokoladenhersteller seine Verkaufspreise massiv erhöht.
Der Verwaltungsrat schreibt, dass Lindt & Sprüngli seine Marktchancen weltweit wieder besser ausschöpfen müsse. Die Suche nach einem Nachfolger habe bereits begonnen. Ein neuer Konzernchef soll spätestens im zweiten Quartal 2027 ernannt werden.
Zu Führungswechseln kommt es auch in Deutschland und Österreich. Deutschland-Chef Michal Spiller verlässt das Unternehmen nach 23 Jahren. Seine Nachfolge übernimmt der bisherige Österreich-Chef Ali Kulein. Dessen Position wiederum übernimmt der bisherige Leiter Global Sales, Fabian Reinhardt. Beide Wechsel sollen am 26. Oktober erfolgen.
Hohe Investitionen in KI geplant – Friedrich Merz will mit Chipshersteller Nvidia zusammenarbeiten
(dpa) Die deutsche Regierung plant eine Kooperation mit dem amerikanischen Chiphersteller Nvidia. In Regierungskreisen wurde am Freitag (16.10.) ein entsprechender Bericht des «Handelsblatts» bestätigt. Dabei geht es um den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie. Laut dem «Handelsblatt» wollen sich auch deutsche Unternehmen wie Siemens an einem Projekt beteiligen.
Am Montag und Dienstag findet in Berlin ein Investitionsgipfel mit zahlreichen Investoren aus dem In- und Ausland statt. Ziel der Regierung ist es, dass es in Deutschland mehr private Investitionen gibt. Zum Auftakt am Montagabend mit Bundeskanzler Friedrich Merz wird auch Nvidia-Chef Jensen Huang erwartet. Dann könnte die Zusammenarbeit zwischen der Regierung und Nvidia verkündet werden.
Laut dem «Handelsblatt» geht es bei dem Projekt um den Einsatz «physischer KI». Unter «physischer KI» versteht Nvidia künstliche Intelligenz, die mit der realen Welt interagiert – also etwa Roboter, autonom fahrende Autos und Technik in automatisierten Industrieanlagen. Ein typisches Beispiel des Konzerns sind humanoide Roboter, die dank den Sensoren wie Kameras ihre Umgebung erfassen, mithilfe von KI analysieren und auf dieser Basis ihnen zugeteilte Aufgaben erledigen können. Zum anderen sollen laut dem «Handelsblatt» leistungsstarke KI-Modelle für die Fabriken der Zukunft entwickelt werden. Die Merz-Regierung sei bereit, einen dreistelligen Millionenbetrag zu investieren.
Nvidia ist mit seinen Produkten für Rechenzentren der zentrale Motor des KI-Booms. Das Unternehmen stellt mit Chips und Chipsystemen die Schlüsseltechnologien zum Training grosser KI-Sprachmodelle sowie zu deren Betrieb her.
Hohe Energiepreise treiben Inflation in der Euro-Zone nach oben
(dpa) Die Inflation in der Euro-Zone ist wegen hoher Energiepreise auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise im September um 3,8 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag (16. 10.) in Luxemburg mitteilte. Dies ist die höchste Inflationsrate in den Ländern mit der Euro-Währung seit September 2023.
Im August hatte die Inflationsrate bei 3,2 Prozent gelegen und im Juli bei 2,9 Prozent. Die Teuerung steigt damit immer stärker über das von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Ziel von mittelfristig zwei Prozent, bei dem die EZB die Preisstabilität als gewährleistet ansieht. Zuletzt hatte die Notenbank die Leitzinsen im September wegen der erhöhten Inflation angehoben. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins stieg um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent.
Starker Preistreiber war die Energie. Im September hat sich der Anstieg der Energiepreise erneut beschleunigt. Hier meldet Eurostat ein Plus von 18,9 Prozent im Jahresvergleich. Hintergrund sind die Folgen des Kriegs zwischen Iran und den USA mit einer Behinderung von Öltransporten aus den Fördergebieten am Persischen Golf. Eine nachhaltige Öffnung der Strasse von Hormuz ist weiterhin nicht in Sicht. Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, legte hingegen nur von 2,4 im Vormonat auf 2,5 Prozent zu.
In Deutschland war die Inflationsrate laut dem europäischen Verbraucherpreisindex HVPI im September ebenfalls deutlich gestiegen, auf 3,3 Prozent. Besonders stark war die Teuerung in Spanien, wo die Rate auf 5,0 Prozent stieg. In Italien kletterte sie auf 4,2 Prozent und in Frankreich auf 3,4 Prozent.
Der Streamingdienst Netflix streicht offenbar sechs Prozent seiner Stellen
(Reuters) Netflix streicht rund sechs Prozent seiner Stellen, etwa tausend Mitarbeiter sind offenbar von dem grössten Stellenabbau in der Geschichte des Streamingdiensts betroffen. Das geht aus einer internen Mitteilung vom Mittwoch (14. 10.) hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters und weiteren Medien vorliegt. Betroffen sind laut der Mitteilung vor allem die Produkt-, Technik-, Rechts- und Personalabteilungen.
Netflix begründet den Abbau laut den Berichten damit, dass man sich auf die wichtigsten Geschäftsbereiche konzentrieren wolle. Das Geschäft sei weiterhin stark und wachse, erklärten die Co-Chefs Greg Peters und Ted Sarandos in der Mitteilung. Der Konzern halte an seiner Jahresprognose fest.
Allerdings steht Netflix zunehmend unter Konkurrenzdruck. Plattformen wie Youtube und Tiktok locken Zuschauer mit kostenlosen Inhalten an. Zudem zweifeln Investoren daran, dass der Streamingdienst sein bisheriges Wachstum aufrechterhalten kann.
Mit Werbung, Live-Übertragungen und Videospielen versucht Netflix deshalb, neue Einnahmequellen zu erschliessen. Anfang des Jahres scheiterte ein Versuch, Teile von Warner Bros. Discovery zu übernehmen. Bereits zwei022 hatte Netflix nach einem Rückgang der Abonnentenzahlen rund 450 Stellen abgebaut.
Lufthansa erwirbt rund 45 Prozent an portugiesischer Fluggesellschaft
(dpa) Die Lufthansa erwirbt 44,9 Prozent der portugiesischen Fluggesellschaft Tap. Die Regierung in Lissabon wählte den deutschen Konzern als bevorzugten Käufer aus. Das teilte der portugiesische Ministerpräsident Luís Montenegro am Mittwoch (14. 10.) mit. Lufthansa habe 1,2 Milliarden Euro geboten und sich damit gegen Air France-KLM durchgesetzt.
Der portugiesische Staat behält die Mehrheit an Tap, bis zu fünf Prozent der Anteile sind für die Beschäftigten vorgesehen. Wegen ausstehender Genehmigungen wird der Abschluss des Geschäfts erst 2028 erwartet.
Lufthansa will vor allem das Geschäft von Tap in Brasilien ausbauen und den Flughafen Lissabon als Drehkreuz stärken. Die portugiesische Fluggesellschaft verfügt über mehr als hundert Flugzeuge und beschäftigt rund 9400 Mitarbeiter. Sie spielt insbesondere im Luftverkehr zwischen Europa und Südamerika eine bedeutende Rolle.
Wirtschaftlich steht Tap unter Druck: Im ersten Halbjahr 2026 verbuchte die Airline nach vier Jahren schwarzen Zahlen einen Nettoverlust von 99,2 Millionen Euro. Die Betriebserlöse stiegen dennoch um 4,3 Prozent auf rund 2 Milliarden Euro.
Schweizer Beauty-Unternehmen Galderma kauft US-Firma ZO Skin Health
jsc. Der Schweizer Dermatologie-Konzern Galderma übernimmt die Firma ZO Skin Health aus den USA für 1,5 Milliarden Dollar, wie Galderma am Mittwoch (14. 10.) mitgeteilt hat.
Damit baut der Konzern mit Sitz in Zug seine Marktstellung in den USA massiv aus. Galderma zählt zu den weltweit führenden Dermatologieunternehmen und ist für Anti-Aging-Produkte bekannt. Die Firma beschäftigt rund 7600 Angestellte weltweit. ZO Skin Health hat rund 700 Angestellte.
Dating-App Bumble für 1,3 Milliarden Dollar verkauft
(dpa) Die Dating-App Bumble ist für 1,3 Milliarden Dollar verkauft worden. Käufer der App ist die Investmentfirma Ithaca Holdings, wie Bumble am Mittwoch (14. 10.) mitteilt. Sie wird das Unternehmen mit der Übernahme von der Börse nehmen.
Der Preis von umgerechnet 1,16 Milliarden Euro ist zugleich ein Bruchteil des einstigen Börsenwerts – und ein kräftiger Aufschlag auf die aktuellen Kurse. Bumble und Konkurrenten wie Tinder macht zu schaffen, dass vor allem bei jüngeren Nutzern das Interesse am Online-Dating nachgelassen hat. Beim Börsengang Anfang 2021 hatte Bumble noch einen Marktwert von rund vierzehn Milliarden Dollar erreicht. Vergangene Woche war die Firma rund 340 Millionen Dollar wert.
FBI ermittelt gegen Open-AI-Mitarbeiter nach Fund von Abhörgerät
(dpa) Ein Mitarbeiter des Chat-GPT-Entwicklers Open AI steht unter Verdacht, ein Abhörgerät in einem Konferenzraum der Firma platziert zu haben, in dem oft Geschäftsgeheimnisse besprochen werden. Der 35-jährige saudische Staatsbürger wurde festgenommen, wie die KI-Firma und das amerikanische Justizministerium am Mittwoch (14. 10.) mitteilten. Das FBI ermittelt zu dem Fall.
Das vor zwei Wochen entdeckte Aufnahmegerät war laut den Ermittlern etwa zwei Tage zuvor in dem Konferenzraum in San Francisco platziert worden. Es habe in der USB-Buchse eines Fernsehers gesteckt, eingewickelt in Toilettenpapier. Der festgenommene Mitarbeiter wurde laut dem Ministerium Ende September von Sicherheitskameras in der Nähe des Konferenzraums gefilmt, zu dem er eigentlich keinen Zutritt hatte. Die Ermittler veröffentlichten auch ein Bild, auf dem zu sehen ist, wie er später versucht, hinter den Fernseher zu schauen.
Laut dem Ministerium wurden über einen Chatbot-Account der Ehefrau des Open-AI-Mitarbeiters Anfragen zu Aufnahme-Vorrichtungen gestellt. Dem Mitarbeiter drohten bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft und eine Strafe von bis zu 250 000 Euro.
Der amerikanische Geheimdienstkoordinator Jay Clayton sagte, der Fall zeige, wie wichtig es für die nationale Sicherheit der USA sei, den Wettlauf bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz zu gewinnen.
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