MELDUNGEN WIRTSCHAFT - Finanzaufsicht verhängt gegen VW eine Geldstrafe von 1,2 Millionen Euro
Finanzaufsicht verhängt gegen VW eine Geldstrafe von 1,2 Millionen Euro
Die neuesten Meldungen.
Volkswagen muss 1,2 Millionen Euro Bussgeld bezahlen
(dpa) Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat gegen Volkswagen eine Geldbusse von 1,2 Millionen Euro verhängt. VW soll im März 2023 gegen seine Veröffentlichungspflichten verstossen haben, wie die Behörde am Freitag (9. 10.) mitteilte.
Der Autobauer hatte damals einen überraschend optimistischen Ausblick auf das Geschäftsjahr veröffentlicht. Die im Dax notierte VW-Aktie war an dem Tag um mehr als zehn Prozent in die Höhe geschnellt.
Weil die Prognose deutlich über den Markterwartungen lag, hätte das Unternehmen die Informationen laut der Finanzaufsicht aber unverzüglich in einer sogenannten Ad-hoc-Mitteilung veröffentlichen müssen. Dabei handelt es sich um eine besonders auffällige Kommunikation für die Marktteilnehmer an den Finanzmärkten. VW informierte die Anleger aber nur über eine gewöhnliche Medienmitteilung.
Börsennotierte Unternehmen unterliegen in Deutschland der sogenannten Ad-hoc-Publizitätspflicht. Das heisst, dass nicht öffentliche Insiderinformationen, die den Aktienkurs in bedeutender Weise beeinflussen können, sofort veröffentlicht werden müssen. Dazu zählt nach Angaben der Bafin auch eine deutliche Abweichung der Geschäftszahlen von der Markterwartung.
Porsche will sich zunehmend aus China zurückziehen
(dpa) Der Sportwagenbauer Porsche stellt sich darauf ein, künftig höchstens noch ein Zehntel seiner Fahrzeuge in China zu verkaufen. Der Markt sei sehr anspruchsvoll und habe sich grundlegend verändert, sagte Porsche-Chef Michael Leiters am Mittwoch (7. 10.) während einer Medienkonferenz. Eine Rückkehr zu früheren Absatzhöhen sei weder realistisch noch im Interesse der Marke.
Noch vor wenigen Jahren verkaufte Porsche jedes dritte Auto in China. Das einst so lukrative China-Geschäft ist zuletzt förmlich zusammengebrochen. Im Spitzenjahr 2020 wurden fast 35 Prozent der Porsche-Fahrzeuge in die Volksrepublik China verkauft. 2025 waren es noch knapp 15 Prozent – Tendenz fallend. Absolut hat sich die Zahl der dort verkauften Sport- und Geländewagen in der Zeit mehr als halbiert.
Diese Entwicklungen sind unter anderem auf die harte Konkurrenz durch lokale Hersteller zurückzuführen. Gleichzeitig halten wohlhabendere Chinesen aufgrund der Immobilienkrise ihre Käufe eher zurück. Porsche setzt laut eigenen Angaben auf einen werthaltigen Absatz – Autos sollen also mit möglichst viel Gewinn verkauft werden. Laut Porsche-Chef Leiters herrscht in China aber derzeit ein «selbstzerstörerischer Preiskampf».
Man sei in China nicht durch Produktionsverpflichtungen oder Gemeinschaftsunternehmen gebunden, sagte Leiters. Das gebe dem Unternehmen mehr Flexibilität, um auf Veränderungen zu reagieren.
Die Arbeitslosenquote verharrt bei drei Prozent
wek. Im September waren in der Schweiz weniger Personen arbeitslos als im August. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl um 1064 auf 140 480 Personen, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag (6. 10.) mitteilte.
Die Arbeitslosenquote verharrte im September hingegen bei 3 Prozent. Zudem verblieb laut der Mitteilung auch die um saisonale Faktoren bereinigte Arbeitslosenquote auf dem August-Wert von 3,1 Prozent stehen.
Leicht gestiegen ist im September die Zahl der in den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) registrierten Stellensuchenden. Sie erhöhte sich um 0,2 Prozent auf 227 592 Personen, wie das Seco schreibt. Die Stellensuchendenquote verharrte laut der Mitteilung wie im Vormonat bei 4,8 Prozent.
G-7-Staaten geben 100 Millionen Barrel an Rohöl und Diesel frei
(dpa) Die G-7-Staaten wie Deutschland, Frankreich und die USA dringen angesichts der steigenden Kraftstoffpreise auf eine Nutzung von Ölnotreserven. Ab sofort und über vier Monate sollten 100 Millionen Barrel der im März beschlossenen Freigabe tatsächlich freigegeben werden, hiess es in einem gemeinsamen Schreiben der Gruppe demokratischer Industrienationen. Zuvor hatten sich die G-7 in einer Videoschalte beraten.
Ausserdem werde man in den kommenden Tagen im Rahmen der Internationalen Energieagentur (IEA) zusammenkommen, um die Möglichkeit zusätzlicher Diesel-Freigaben zu erörtern, hiess es weiter. Die Stellungnahme spricht von einer «beispiellosen Volatilität auf den Ölmärkten».
Die grundsätzliche Entscheidung über eine Freigabe von Reserven liegt bei der IEA mit ihren 32 Mitgliedsländern. Die IEA hatte zuletzt im März als Reaktion auf den Iran-Krieg eine Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Rohöl strategischer Ölreserven freigegeben. Wegen der weltweit steigenden Preise, vor allem für Diesel, kam die Frage erneut auf. Der amerikanische Finanzminister Scott Bessent schrieb am Donnerstag auf der Plattform X, Europa solle «zusätzliche Liefermengen unverzüglich bereitstellen».
Zur G-7 gehören Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, die USA, Japan, Italien und Kanada. Frankreich hat derzeit den Vorsitz der Gruppe.
Zurich schliesst Übernahme von Beazley ab
feb. Der Versicherer hat per 1. Oktober den britischen Spezialversicherer Beazley übernommen. Damit baut das Unternehmen sein Geschäft im attraktiven Bereich der Spezialversicherungen deutlich aus. Zurich will in diesem Versicherungssektor, der Bereiche wie Bau, Energie oder Cyber umfasst, wachsen.
Anfang März dieses Jahres hatte Zurich ein verbindliches Kaufangebot für Beazley in der Höhe von knapp 11 Milliarden Dollar unterbreitet.
Zurich-Chef Mario Greco rechnet durch die Übernahme mit einem zusätzlichen Umsatzwachstum von mehr als 1 Milliarde Dollar pro Jahr, wie er in einem Communiqué mitteilt. Zudem rechnet er mit jährlichen Kosteneinsparungen in Höhe von 150 Millionen Dollar pro Jahr.
Der Spezialversicherer wird seinen Sitz in London haben, leiten wird ihn Kristof Terryn. Der bisherige Beazley-Chef Adrian Cox verlässt das Unternehmen.
Das Ölunternehmen Gunvor gibt sich einen neuen Namen – und verlagert seinen Hauptsitz
ehj. Der Genfer Rohstoffhändler Gunvor hat seinen Namen in Centalion geändert. Ebenfalls will das Unternehmen seinen Hauptsitz von Zypern nach Singapur verlegen, wie es am Freitag (2. 10.) mitteilte.
Eigentümerin von Gunvor ist eine Mitarbeitergesellschaft. Sie habe für den Namenswechsel gestimmt, heisst es in der Mitteilung. Damit soll die Weiterentwicklung des Unternehmens widerspiegelt werden – etwa im Rahmen einer neuen partnerschaftlichen Eigentümerstruktur, eines neuen Führungsmodells und einer neuen strategischen Ausrichtung. «Der Name Centalion spiegelt wider, wer wir sind: ein Team, das gemeinsam voranschreitet und im Zentrum der globalen Energiemärkte steht», lässt sich Firmenchef Gary Pedersen zitieren.
In Singapur ist das Unternehmen schon seit 2006 vertreten. Mitunter hätten die gut etablierten rechtlichen und geschäftlichen Rahmenbedingungen des asiatischen Landes den Entscheid für die Verlegung, schreibt das Unternehmen. Die weiteren Handelsniederlassungen in Genf und Houston, wo der Verwaltungsratspräsident und der Konzernchef ansässig sind, verbleiben.
Inflation im Euro-Raum auf Drei-Jahres-Hoch
(dpa) Die Inflation in der Euro-Zone ist im September wegen hoher Energiepreise deutlich gestiegen. Die Verbraucherpreise legten im Jahresvergleich um 3,8 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer ersten Schätzung am Freitag (2. 10.) mitteilte. Dies ist die höchste Inflationsrate seit September 2023. Im August hatte sie noch bei 3,2 Prozent gelegen.
Damit liegt sie weit über dem Preisziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig eine Jahresinflation von zwei Prozent anpeilt. Ökonomen erwarten daher, dass die EZB die Leitzinsen ein drittes Mal in diesem Jahr erhöht. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins würde damit auf 2,75 Prozent steigen.
«Es sind vor allem die massiven Preiserhöhungen bei Energie, die die Inflation auf den höchsten Stand seit Herbst 2023 steigen liessen», sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Es mehrten sich die Anzeichen, dass die Unternehmen die höheren Energiepreise an Kunden weitergäben.
Im September beschleunigte sich der Anstieg der Energiepreise erneut. Hier meldet Eurostat ein Plus von 18,8 Prozent im Jahresvergleich – nach 14,3 Prozent im August. Mit dem Iran-Krieg sind die Rohölpreise an den Börsen kräftig gestiegen und damit die Spritpreise an den Tankstellen. Zudem beschleunigte sich der Preisauftrieb bei Dienstleistungen im Euro-Raum.
Warenhauskonzern Galeria stellt erneut Insolvenzantrag
(dpa) Der Warenhauskonzern Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen, wie das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag (2. 10.) mitteilte.
Der Antrag schaffe den rechtlichen Rahmen, um die Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen, erklärte Galeria in einer Mitteilung. Zu den Hintergründen machte das Unternehmen auf Nachfrage zunächst keine weiteren Angaben.
Die rund 12 000 Beschäftigten müssen nun um ihre Arbeitsplätze bangen. Ob sie Insolvenzgeld erhalten und ob beziehungsweise welche Standorte schliessen müssen, ist bislang unklar.
Für Galeria ist es nach 2020, 2022 und 2024 der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Zahlreiche Filialen wurden infolge der zurückliegenden Verfahren geschlossen. Die Gläubiger verzichteten auf Milliardenforderungen, um der Warenhauskette den Weg aus der Krise zu ermöglichen.
Die Teuerung in der Schweiz steigt auf 1 Prozent
ehj. Die Inflation in der Schweiz beträgt im September im Vergleich zum Vorjahr 1 Prozent. Vor allem die Preise für Benzin und Diesel tragen dazu bei. Das teilt das Bundesamt für Statistik mit (1. 10.). Schon im August war die Teuerung von 0,4 auf 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Über einem Prozent hatte die Inflation letztmals im August 2024 gelegen. Sie befindet sich aber weiterhin im Bereich der Preisstabilität, welche die Schweizer Nationalbank für den Bereich zwischen 0 und 2 Prozent festgelegt hat.
Gegenüber dem Vormonat bleiben die Konsumentenpreise im September stabil. Das resultiert laut Daten des BFS aus entgegengesetzten Entwicklungen, die sich insgesamt aufgewogen haben: Gestiegen sind die Preise für Heizöl, Benzin und Diesel. Die Preise für Pauschalreisen ins Ausland sowie für Automiete und Carsharing sind hingegen gesunken, ebenso wie die Preise in der Hotellerie und Parahotellerie.
Mercedes-Benz reaktiviert Abfindungsprogramm in Deutschland
(dpa) Mercedes-Benz legt sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland neu auf. Das Programm starte voraussichtlich im Dezember, teilte der Autobauer in Stuttgart am Mittwoch (30. 9.) mit. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.
Mercedes habe bereits mit seinem Sparprogramm wichtige Schritte eingeleitet, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen, heisst es in einer Mitteilung. Um die erforderlichen strukturellen Anpassungen weiterhin verantwortungsvoll und sozialverträglich gestalten zu können, werde das freiwillige Abfindungsprogramm in den indirekten Bereichen wiederbelebt. Individuelle Angebote erhielten Tarifbeschäftigte und zum Teil auch Führungskräfte. Weiterhin gelte das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Sowohl die Beschäftigten als auch das Unternehmen müssten einem Ausscheiden zustimmen.
China droht EU mit Gegenmassnahmen im Handelsstreit
(dpa) China hat die EU im Handelsstreit vor Konsequenzen gewarnt, sollte Brüssel trotz laufender Gespräche handelspolitische Massnahmen durchsetzen. China werde die weiteren Schritte der EU genau beobachten und «entschlossen reagieren», sollte diese «diskriminierende und restriktive Massnahmen» gegen chinesische Unternehmen oder Produkte ergreifen, teilte das Handelsministerium in Peking am Dienstag (29. 9.) mit.
Die Behörde reagierte laut eigenen Angaben auf einen nicht näher genannten Medienbericht. Demnach sollen EU-Mitgliedsstaaten an einem gemeinsamen Dokument arbeiten, um die EU-Kommission dazu aufzufordern, schneller ein Handelsinstrument ähnlich dem US-Vorbild des Paragrafen 301 zu formulieren. Über die im US-Handelsgesetz verankerte Section 301 kann die US-Regierung bei nachweislich «ungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden» Handelspraktiken aktiv werden.
Die chinesische Staatszeitung «Global Times» verwies auf einen Blogbeitrag des Analysten für EU-China-Beziehungen, Noah Barkin. In dem am Sonntag veröffentlichten Artikel schrieb Barkin unter Berufung auf EU-Beamte, dass Deutschland und Frankreich ein gemeinsames Papier fertigstellten, das die Kommission auffordere, die Entwicklung eines Instruments zu beschleunigen, mit dem Brüssel neue Befugnisse habe, um China vom EU-Markt auszuschliessen.
Sollte die EU protektionistische Massnahmen gegen China vorantreiben, werde die Volksrepublik mit einem «starken Politik-Werkzeugkasten» reagieren, zitierte die «Global Times» einen nicht näher genannten «chinesischen Beobachter». Mögliche Gegenmassnahmen könnten demnach Untersuchungen etwa gegen Diskriminierung, zur Sicherheit von Lieferketten oder zum Einfluss ausländischer Subventionen sein.
Konjunkturbarometer weiterhin über dem mittelfristigen Durchschnitt
ice. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) hat neue Konjunkturdaten veröffentlicht. «Die Konjunkturaussichten bleiben günstig», schrieb das Institut am Dienstag in einer Medienmitteilung. Laut den aktuellen Zahlen verbessern sich die Wirtschaftsaussichten erneut. Im September stieg das KOF Konjunkturbarometer um 1,6 Punkte auf 109,1 Zähler. Vor allem das Gewerbe, der Dienstleistungssektor und das Baugewerbe entwickelten sich positiv. Dagegen schwächten sich die Indikatoren für die Auslandsnachfrage sowie für die Finanz- und Versicherungsdienstleister ab.
Stadler ernennt neuen CEO
ice. Der Schweizer Hersteller von Schienenfahrzeugen Stadler hat einen neuen CEO. Wie das Unternehmen am Dienstag (29. 9.) mitteilte, übernimmt Philipp Brunner die operative Leitung. Er arbeitet seit 16 Jahren für das Unternehmen und leitet derzeit noch die Divisionen Zentraleuropa und Deutschland.
Brunner folgt auf Markus Bernsteiner, der die Stadler-Gruppe seit 2023 führte. Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler lobte in der Mitteilung die Zusammenarbeit mit Bernsteiner. Dieser habe sich den operativen Herausforderungen erfolgreich gestellt, auch als es stürmisch geworden sei, schrieb Spuhler.
Finma schliesst Untersuchung gegen Julius Bär ab
ice. Die Finma hat ein Enforcementverfahren gegen die Schweizer Bank Julius Bär abgeschlossen. Wie die Finma in einer Medienmitteilung am Dienstag (29. 9.) schrieb, habe das Institut in schwerer Weise gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen verstossen. Im Zentrum stehen dabei Kundenbeziehungen im Umfeld zweier russischer politisch exponierter Personen (PEP) sowie das inzwischen eingestellte Private-Debt-Geschäft.
Die Bank hat bereits während des Verfahrens mehrere von der Finma auferlegte Sofortmassnahmen ergriffen. Mit dem Abschluss sollen nun weitere folgen. Die jetzige Untersuchung ist das fünfte Enforcementverfahren gegen Julius Bär innerhalb von weniger als zehn Jahren.
Biontech schliesst drei Werke in Deutschland
cog / (dpa). Das Pharmaunternehmen Biontech schliesst bis 2028 in Deutschland die Werke in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg. Dies teilte Biontech laut der Nachrichtenagentur dpa am Montag (28. 9.) mit. Zuvor hatte das Unternehmen seit dem Frühjahr erfolglos nach einem Käufer gesucht.
Betroffen sind nach Konzernangaben rund 1800 Beschäftigte. In Tübingen (Baden-Württemberg) soll laut Biontech nun Ende 2027 Schluss sein, in Marburg (Hessen) Anfang 2028 und in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) Ende 2028.
In dem Marburger Werk wurden bislang Covid-19-Impfstoffe auf mRNA-Basis sowie Plasmid-DNA, ein wichtiges Ausgangsmaterial für mRNA-Impfstoffe und Zelltherapien, hergestellt. In Idar-Oberstein werden unter anderem Therapeutika für frühe klinische Entwicklungsphasen produziert. Beim Standort in Tübingen handelt es sich um den Sitz von Curevac, dem einstigen Konkurrenten im Rennen um einen Corona-Impfstoff. Im Sommer 2025 hatte Biontech dessen Übernahme angekündigt, die milliardenschwere Transaktion zog sich über Monate hin.
Dass Biontech die drei Standorte nicht weiter betreiben will, hatten die Mainzer schon im Frühjahr bekanntgegeben. Sie begründeten das mit einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten, Kosteneinsparungen sowie dem Fokus auf der Krebsmedizin.
Biontech mit weltweit rund 7200 Beschäftigten befindet sich seit Jahren in einem Wandlungsprozess samt Umstrukturierung. Geforscht wird an einer ganzen Reihe neuer Produkte, vor allem in der Onkologie. Ausserdem setzt das Unternehmen auf Immuntherapien auf mRNA-Basis sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Dabei sollen Wirkstoffe einer Chemotherapie mithilfe von Antikörpern gezielter an Krebszellen gebracht werden.
Das alles kostet viel Geld, entsprechend fährt Biontech Verluste ein. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist unter dem Strich ein Minus von 1,35 Milliarden Euro (Vorjahr: 802,4 Millionen Euro) gestanden – und das in einer Zeit, in der die zentralen Köpfe Ugur Sahin und Özlem Türeci Biontech verlassen. Sie tun das spätestens Ende dieses Jahres und planen, sich in einem neuen Unternehmen der Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis zu widmen.
Calida kündigt Programm für Aktienrückkauf an
lia. Der Wäschehersteller Calida will seine Aktionäre stärker am Unternehmenserfolg beteiligen und hat unter anderem eine Verdoppelung der Ausschüttungsquote des bereinigten Konzernergebnisses beschlossen. Dies teilte das Unternehmen am Montag (28. 9.) mit. Neu will das Unternehmen statt 20 bis 30 Prozent 40 bis 60 Prozent ausschütten.
Der Verwaltungsrat hat zudem ein Programm zum Aktienrückkauf von bis zu 2 Prozent beschlossen. Dieses startet laut der Mitteilung am 2. Oktober und soll bis spätestens Ende 2027 laufen. Vor der Generalversammlung von Calida im April hatte sich der Verwaltungsrat noch gegen einen Antrag für einen weitreichenderen Aktienrückkauf gestemmt. Er drohte den Aktionären damit, die Dividenden zu streichen, falls der Antrag durchkäme. An der Versammlung sprach sich dann eine Mehrheit der Aktionäre gegen den Antrag aus.
Meta droht nach Urteil in New Mexico hohe Strafe
(dpa) Der Jahre zurückliegende Datenschutz-Skandal um Cambridge Analytica hat dem Facebook-Konzern Meta eine frische Niederlage vor Gericht eingebracht. Geschworene im US-Gliedstaat New Mexico entschieden, dass Nutzer bei Datenschutz und Redefreiheit in die Irre geführt wurden.
Der zuständige Richter soll nun die Höhe der Strafe festlegen – es könnte ein erheblicher Betrag werden. Pro Verstoss droht eine Strafe von bis zu 5000 US-Dollar. Die Geschworenen sahen Meta bei den meisten der 34 geprüften Punkte als haftbar an. Je nach Punkt geht es um 1,3 bis 2,1 Millionen Verstösse, wie Bloomberg aus dem Gerichtssaal berichtete.
New Mexico hatte Meta 2021 im Nachgang des Skandals verklagt. Dabei ging es neben dem Datenschutz auch um die Meinungsfreiheit auf der Plattform. Ein Whistleblower-Bericht hatte unter anderem enthüllt, dass einige prominente Accounts heimlich von Inhaltsregeln ausgenommen worden seien.
Meta wies die Entscheidung zurück und kündigte an, sich weiter gegen die Vorwürfe zu verteidigen. Das Unternehmen habe nach der US-Verfassung das Recht, die Plattformen so zu betreiben, wie man es im Interesse der Nutzer für richtig halte. Dazu gehöre, der Meinungsfreiheit Vorrang einzuräumen, Daten von Nutzern zu schützen und den Nutzern Kontrolle über ihre Daten zu geben.
Mögliche Übernahme: BASF hat offenbar Kontakt zu Evonik aufgenommen
lia. /(dpa) Zwischen den deutschen Chemiekonzernen BASF und Evonik finden offenbar wieder Gespräche über eine mögliche Übernahme statt. Das berichten am Freitag (25. 9.) unter anderem die «Financial Times» (FT) und das «Handelsblatt».
BASF, der weltgrösste Chemiekonzern, wolle mit einer Übernahme von Evonik seine Marktreichweite und sein Portfolio vergrössern, um im schwierigen Branchenumfeld besser zu bestehen, schreibt die «FT» unter Berufung auf informierte Kreise. Bei BASF hiess es dazu nur: «Grundsätzlich kommentieren wir keine Marktgerüchte oder Spekulationen.» Auch Evonik und die RAG-Stiftung als Grossaktionär von Evonik wollten der «FT» keine Stellung geben.
Die Medienberichte haben die Aktien von Evonik am Freitagmittag ordentlich in Schwung gebracht. Mit 11 Prozent Plus auf knapp über 20 Euro erklommen sie das höchste Niveau seit Mai 2025. Aktien von BASF als Kaufinteressent korrigierten um mehr als 3 Prozent an ihre 100-Tage-Linie.
Bereits am Dienstag hatte das Magazin «Dealreporter» über angebliches Interesse von BASF an Evonik berichtet. Seither haben sich Evonik-Aktien sukzessive erholt, nun mit kräftigem Schwung.
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