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Raketen, Elektroautos, Roboter und Superintelligenz: Elon Musk will SpaceX und Tesla verschmelzen

Raketen, Elektroautos, Roboter und Superintelligenz: Elon Musk will SpaceX und Tesla verschmelzen – es wäre die grösste Fusion überhaupt Der Raketenbauer SpaceX und der Elektroautohersteller Tesla sollen sich zusammenschliessen. Elon Musk, der CEO beider Firmen ist, riskiert mit seinem ehrgeizigen Vorhaben bedeutende Widerstände. Es wäre die bis anhin grösste Firmenfusion: Wenn es nach dem Willen von Elon Musk, dem CEO von SpaceX und Tesla, geht, sollen die beiden amerikanischen Technologiekonzerne zusammenspannen. Gemessen an den heutigen Börsenkapitalisierungen, käme der fusionierte Riese auf einen Marktwert von 3,5 Billionen Dollar. Gewichtiger wären weltweit nur noch Microsoft, die Google-Mutterfirma Alphabet, Apple und Nvidia. Musk erwähnte die Fusionspläne am Dienstag an einer Telefonkonferenz zum Quartalsabschluss von SpaceX, des Raketenherstellers und Betreibers von Rechenzentren. Er sagte zwei Mal, dass er es eine gute Idee fände, wenn SpaceX die Kräfte mit dem Elektroautohersteller Tesla bündeln würde. Interna aus Verwaltungsräten ausgeplaudert Der Unternehmer führt die Geschäfte von SpaceX seit 2002. Bei Tesla steht er seit 2008 an der Unternehmensspitze. Damit verfügt er über viel Macht, zumal er bei beiden Firmen auch grosse Aktienanteile besitzt. Allerdings sind für Fusionspläne die Verwaltungsräte zuständig. Musk ist Chairman und CEO von SpaceX. Im Aufsichtsgremium von Tesla fungiert er als einfaches Mitglied. Vor diesem Hintergrund ist Musk gehalten, den Entscheidungen der Verwaltungsräte nicht vorzugreifen. An der Telefonkonferenz von SpaceX plauderte er gleichwohl über Interna der Aufsichtsgremien beider Firmen. SpaceX und Tesla hätten beide Ausschüsse aus unabhängigen Verwaltungsräten eingesetzt, die ein Zusammengehen prüfen sollten. Musk fügte hinzu, dass beide Seiten noch keine Bedingungen zu den Konditionen der Fusion festgelegt hätten. Er räumte zugleich ein, dass es schwierig werden könnte, die Mehrheit der Tesla-Aktionäre von den Vorteilen eines Zusammenschlusses zu überzeugen. Tesla weist im Moment noch mehr Umsatz aus Bei Tesla kontrolliert Musk lediglich rund 20 Prozent des Kapitals. Deutlich grösser ist sein Einfluss bei SpaceX, wo ihm 45 Prozent der Anteile gehören. Aufgrund der speziellen Kapitalstruktur der Firma hält er zudem über 80 Prozent der Stimmrechte. SpaceX und Tesla würden zusammen einen Mischkonzern mit diversen Aktivitäten im Technologiebereich bilden. Gemessen an den Umsätzen und Mitarbeiterzahlen, wäre SpaceX aus heutiger Sicht der Juniorpartner. Der Raketenhersteller zählt gut 20 000 Mitarbeitende und dürfte im laufenden Jahr laut Schätzungen von Analysten auf einen Umsatz von knapp 45 Milliarden Dollar kommen. Bei Tesla sind über 130 000 Personen beschäftigt. Marktbeobachter erwarten vom Autohersteller einen diesjährigen Konzernerlös von 107 Milliarden Dollar. Dabei handelt es sich indes bloss um eine Momentaufnahme. Im kommenden Jahr dürfte SpaceX mit geschätzten Einnahmen von 110 Milliarden Dollar bereits nahe an den Tesla-Umsatz herankommen. Laut der Datenbank von Bloomberg veranschlagen Analysten diesen im Durchschnitt auf 120 Milliarden Dollar. SpaceX wächst fulminant Mit welchem Schwung der Raketenbauer und Satellitenspezialist unterwegs ist, zeigte sich im jüngsten Quartal (per Ende September). Der Umsatz stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 161 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar. Zugleich schaffte es SpaceX trotz anhaltend hohen Investitionen vor allem in die Bereitstellung zusätzlicher Rechenkapazitäten, einen operativen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar zu erwirtschaften. Vor Jahresfrist hatte noch ein Verlust von rund 270 Millionen resultiert. Der Konzern diversifiziert sein Geschäft zunehmend in Richtung jenes eines Anbieters von künstliche Intelligenz (KI). Der Umsatz der entsprechenden Sparte mit dem unbescheidenen Namen Super Intelligence (SI) verneunfachte sich im dritten Jahresviertel auf 7,6 Milliarden Dollar und trug damit bereits über die Hälfte zum Konzernerlös bei. Musk schwärmte gegenüber Investoren davon, wie SpaceX nicht nur von sämtlichen führenden Betreibern von Datenzentren, sondern auch Dutzenden kleinerer Firmen auf der Suche nach zusätzlicher Rechenkapazität bestürmt werde. Die Nachfrage sei derart gross, dass man die eigene Kapazität mehrfach vermieten könnte. Milliarden für zusätzliche Rechenzentren Im Rennen um die KI-Vorherrschaft investiert auch SpaceX riesige Summen in den Bau von Datenzentren sowie in Chips. Von Januar bis Ende September erreichen die Investitionsausgaben der Firma 48 Milliarden Dollar. Sie vervierfachten sich damit beinahe gegenüber der Vorjahresperiode. Für das vierte Quartal kündigte der CEO weitere Investitionen von 35 bis 40 Milliarden Dollar an. Neben SpaceX stellen auch zahlreiche andere Anbieter mit hoher Geschwindigkeit zusätzliche Rechenkapazität bereit. Dazu zählen besonders die bis anhin führenden Betreiber von Datenzentren wie Google, Amazon oder Meta sowie KI-Spezialisten wie OpenAI. Die riesigen Investitionen haben bei Anlegern Befürchtungen geweckt, der Ausbau könnte zu schnell vorangehen und zu Überkapazitäten führen. Diesen Bedenken konnten sich auch die Aktien von SpaceX seit dem Börsengang im vergangenen Juni nicht entziehen. Gegenüber dem Höchst von 225 Dollar, auf das die Titel kurz nach dem IPO gestiegen waren, haben sie rund ein Drittel verloren. Zu viele Geschäfte unter einem Dach? Auch am Dienstag reagierten die Anleger verhalten auf die Ankündigung der Fusionspläne. Der Aktienkurs von SpaceX schwächte sich bis zum Handelsschluss leicht auf 147.79 Dollar ab. Wohlwollender zeigten sich die Anteilseigner von Tesla: Die Notierung der Papiere des Autoherstellers stieg um 1,5 Prozent auf 373.71 Dollar. Elon Musk dürfte in den kommenden Wochen noch einige Überzeugungsarbeit leisten müssen, um die Aktionäre beider Firmen hinter sein Vorhaben zu scharen. Offen ist, ob der Unternehmer nicht einen Riesen zusammenzuzimmern versucht, der zu breit aufgestellt ist. Konglomerate stossen bei Investoren seit Jahren auf wenig Gegenliebe. Zusammen mit Tesla würde SpaceX neben Raketen, Satelliten, Elektroautos und selbstfahrenden Taxis unter anderem auch noch menschenähnliche humanoide Roboter herstellen.

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