Oktoberfest: Die Biergärten sind voll, aber die meisten Zelte noch offen – Polizisten erwischen Kokser neben Bavaria
Neben eigenen Recherchen verwenden wir für diesen Liveblog Material der Nachrichtenagentur dpa.
Wichtige Updates
Zweiter Wiesnsonntag klingt entspannt aus
Volle Biergärten, Zelte noch offen
Polizisten erwischen Kokser neben der Bavaria – fast 30 000 Euro Sicherheitsleistung
Reisegruppe auf dem Weg zum Oktoberfest verunglückt
Platzkonzert endet mit Bayernhymne und bunten Luftballons
Zweiter Wiesnsonntag klingt entspannt aus
Nachdem es heute kurzzeitig auf der Oidn Wiesn sehr voll gewesen ist, sind dort am frühen Abend zwar immer noch die Biergärten gut besucht, sonst geht es aber entspannt zu. Dasselbe gilt für die restliche Wiesn: Vor einigen Zelten kommt es rund um den Reservierungswechsel zu kleineren Menschentrauben, jedoch nicht in einem Ausmaß, das den Crowdspotter heute erneut auf den Plan rufen dürfte.
Die ersten Familien zieht es nämlich schon gen Ausgang, der Rest flaniert gemütlich in der Abendsonne über das Gelände. Und klar, die, die morgen nicht arbeiten müssen oder sich davon nicht abhalten lassen, zieht es natürlich auch jetzt wieder auf die Bierbank. Und auch wenn ein paar Zelte, wie Augustiner, auch heute den Haupteingang derzeit geschlossen halten: In den meisten anderen sollte man an diesem Abend recht problemlos ein Platzerl finden.
Die ersten Familien zieht es nämlich schon gen Ausgang, der Rest flaniert gemütlich in der Abendsonne über das Gelände. Und klar, die, die morgen nicht arbeiten müssen oder sich davon nicht abhalten lassen, zieht es natürlich auch jetzt wieder auf die Bierbank. Und auch wenn ein paar Zelte, wie Augustiner, auch heute den Haupteingang derzeit geschlossen halten: In den meisten anderen sollte man an diesem Abend recht problemlos ein Platzerl finden.
Eine Brauereikutsche steht am zweiten Wiesnsonntag auf der Theresienwiese. Foto: Felix Hörhager/dpa
Trinkwasserbrunnen werden gut angenommen
Die Aicher Ambulanz lädt zum sogenannten Zwischenwasser - also dazu, immer mal wieder Wasser statt Bier zu trinken. Wer dafür im Zelt nicht viel Geld ausgeben will, für den gibt es mittlerweile zehn Trinkwasserbrunnen auf dem Gelände, die sich allesamt an WC-Anlagen befinden, direkt hinter der Bräurosl zum Beispiel. Dort kann sich an so einem warmen Sonntag wie heute auch schon mal eine Schlange bilden.
Dass das Angebot gut genutzt wird, zeigt übrigens nicht zuletzt die heute vorgestellte Halbzeitbilanz: Demnach liegt der Verbrauch nach einer Woche bei 82,3 Kubikmeter - das ist eine Steigerung um 24 Prozent zum Vorjahr. Und: Besonders beliebt ist der Trinkwasserbrunnen hinter dem Augustiner-Festzelt. Ganze 14,8 Kubikmeter liefen hier bereits aus dem Hahn.
Dass das Angebot gut genutzt wird, zeigt übrigens nicht zuletzt die heute vorgestellte Halbzeitbilanz: Demnach liegt der Verbrauch nach einer Woche bei 82,3 Kubikmeter - das ist eine Steigerung um 24 Prozent zum Vorjahr. Und: Besonders beliebt ist der Trinkwasserbrunnen hinter dem Augustiner-Festzelt. Ganze 14,8 Kubikmeter liefen hier bereits aus dem Hahn.
Wasser gibt es auf der Wiesn inzwischen kostenlos. Foto: Jacqueline Lang
Volle Biergärten, Zelte noch offen
Bei sommerlichen 24 Grad sind die Biergärten der Zelte gut gefüllt. Und wer doch rein will, kann dies problemlos tun, die meisten Zelte sind offen. Was aber nicht bedeutet, dass drinnen nichts los wäre: In den Zelten sind die Tische ebenfalls gut gefüllt, Menschen stehen auf den Bänken und tanzen zur Musik.
Gute Stimmung am zweiten Wiesnsonntag. Foto: Jacqueline Lang
Zwei Jugendliche hantieren mit echt aussehenden Waffen an der Hackerbrücke
Die Fälle ähneln sich auf tragische Weise - für die beiden Jugendlichen, die am Samstag mit zwei echt aussehenden Waffen an der Hackerbrücke herumliefen, endete die Sache jedoch glimpflich. Erst Mitte August hatte ein Passant in Schwabing gemeldet, dass ein 14-Jähriger mit einer "Waffe" herumlaufe. Polizisten stellten den Buben - und schossen ihn dabei an. In der Hand hielt er eine Softair-Pistole.
Am Wochenende nun machten Reisende Beamte der Bundespolizei darauf aufmerksam, dass zwei Jugendliche mit Waffen unterwegs seien. Tatsächlich hatte ein 15-Jähriger eine echt aussehende Waffe, Anscheinswaffe genannt, im Hosenbund stecken, sein 16-jähriger Freund hielt die Anscheinswaffe in der Hand. Die Polizei kassierte die Waffen ein, den Burschen droht ein Zwangsgeld, zudem wurden ihre Eltern im Landkreis Ebersberg informiert.
Am Wochenende nun machten Reisende Beamte der Bundespolizei darauf aufmerksam, dass zwei Jugendliche mit Waffen unterwegs seien. Tatsächlich hatte ein 15-Jähriger eine echt aussehende Waffe, Anscheinswaffe genannt, im Hosenbund stecken, sein 16-jähriger Freund hielt die Anscheinswaffe in der Hand. Die Polizei kassierte die Waffen ein, den Burschen droht ein Zwangsgeld, zudem wurden ihre Eltern im Landkreis Ebersberg informiert.
Wie fährt man erfolgreich und würdevoll den Toboggan hinauf?
Das traditionelle Fahrgeschäft begeistert nicht nur die Wiesnbesucherinnen und -besucher, die sich hinauf wagen. Sondern auch alle Zuschauer: Um zur Rutsche zu kommen, muss erst das sehr schnelle Laufband bewältigt werden. Nicht nur Alkoholisierte verlieren da schnell das Gleichgewicht, rudern, purzeln, werden von Helfern am Kragen gepackt oder kommen käfergleich am Rücken liegend oben an.
Mit welchen Tricks man auf dem Toboggan Haltung bewahrt, zeigt der Junior-Chef – und SZ-Autorin Franziska Peer macht den Praxistest:
Mit welchen Tricks man auf dem Toboggan Haltung bewahrt, zeigt der Junior-Chef – und SZ-Autorin Franziska Peer macht den Praxistest:
Männer fotografieren Frauen unter den Rock
Zu Beginn der Wiesn hatten die widerlichen Upskirting-Videos aus dem Teufelsrad für einen Skandal gesorgt, was einige Männer aber nicht von weiteren filmischen Übergriffen abhält – womit sie sich strafbar machen. So etwa ein 29-jähriger Italiener, der sich Samstagabend am Kotzhügel herumtrieb, um den dort sitzenden oder liegenden Frauen unter den Rock zu fotografieren. Als er sich einer 20-jährigen Amerikanerin näherte und sein Handy zückte, griffen Taschendiebfahnder aus Erding und München zu. Wegen Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen wurde der Italiener angezeigt, er musste 2000 Euro Sicherheitsleistung hinterlegen, um wieder auf freien Fuß zu kommen. Ein Landsmann von ihm war kurz zuvor in der Augustiner Festhalle festgenommen worden: Eine junge Frau hatte bemerkt, dass der 31-Jährige versuchte, unter ihr Dirndl zu fotografieren. Sie verständigte einen Zeltmitarbeiter und die Polizei. Bei der Überprüfung des Handys entdeckte die Polizei keine Fotos von der Frau, aber von ihrer Freundin. Das Bild kostete den Mann eine Sicherheitsleistung in Höhe von 4000 Euro. Für beide Männer war die Wiesn am Italiener-Wochenende damit vorbei: Sie erhielten einen Platzverweis für das gesamte Festgelände.
Beamte stoppen Grabscher
Dass die Taschendiebfahnder aus Portugal, Köln und München beim Bestreifen der Wiesn auch außerhalb ihrer Kernkompetenz ein Auge auf die Festgäste haben, zeigt ein Fall von Freitagnacht: Da nämlich fiel den Polizisten ein Mann auf, der sich vor dem Weinzelt eng an die dort wartenden Frauen stellte. Der 34-Jährige aus dem Landkreis Starnberg ließ dann seine Hand an den verlängerten Rücken einer jungen Frau gleiten, berührte ihr Gesäß und packte zweimal zu. Dass die Justiz mit Grapschern nicht zimperlich umgeht, wird er dann wohl nach der Anzeigenerstattung erleben.
Diebstahl im Vorübergehen
An das Gute im Menschen muss wohl ein 26-jähriger Tourist aus den USA noch geglaubt haben – es könnte aber auch sein, dass Alkohol im Spiel war, was ja auf der Wiesn nicht selten vorkommen soll: Jedenfalls ließ der Mann am Freitagnachmittag im Löwenbräu-Zelt seinen Geldbeutel dekorativ auf dem Biertisch liegen, was ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Freising im Vorbeigehen als günstige Gelegenheit einschätzte. Der Amerikaner sah den Geldbeutel noch verschwinden, folgte dem Dieb und verständigte die Security. Die Polizei erstattete Anzeige, demnächst wird der 19-Jährige Post von der Justiz bekommen.
Frauen vertrauen vermeintlichem Mitarbeiter im Fahrgeschäft ihre Handtaschen an – Freund stellt den Dieb
Es mutet etwas merkwürdig an, wenn der Freund das Handy der Freundin tracken und somit immer wissen kann, wo sich diese aufhält. Für eine 27-jährige Münchnerin und ihre beiden Freundinnen allerdings war das am Freitagabend ein Segen. Die jungen Frauen wollten eine Runde im Techno Power drehen und zuvor ihre Handtaschen sicherheitshalber abgeben. Ein Mann, der ein ähnliches T-Shirt wie die Mitarbeiter trug, bot sich an, die Taschen zu halten. Als das Fahrgeschäft wieder hielt, landete das Trio allerdings unsanft auf dem Boden der Tatsachen: "Mitarbeiter" und Handtaschen waren verschwunden. Wie gut, dass die 27-Jährige ihren Freund dabeihatte und der ihr Handy in der gestohlenen Tasche tracken konnte. Er verfolgte den Mann und hielt ihn fest, bis die Polizei eintraf. Der 33-Jährige, der nicht nur mit Damenhandtaschen, sondern auch mit zwei Promille unterwegs war, wurde fest- und tags darauf in Untersuchungshaft genommen.
Polizisten erwischen Kokser neben der Bavaria – fast 30 000 Euro Sicherheitsleistung
Es gibt auf der Wiesn zwei Arten von Räuschen: Der eine beruht auf der verflüssigten Zufuhr von Hopfen und Malz und gilt als legal, der andere tritt nach Pulver-Konsum auf und fällt in die strafbewährte Kategorie Rauschgift. Letzteres wissen jetzt auch zwei Oktoberfest-Besucher, die auf der Wiesn neben der Bavaria, vulgo auch Kotzhügel genannt, ihre Nase zu tief ins Kokspulver gesteckt hatten. Der eine, ein 50-jähriger Pole, hatte am Freitagnachmittag wohl nicht mitbekommen, dass von besagtem Hügel Live-Bilder in die Zentrale der Wiesnwache gestreamt werden. Und so konnten die Beamten auf den Bildschirmen sehen, wie der Mann auf dem Display seines Handys mehrere Linien weißen Pulvers auslegte. Den alarmierten Einsatzkräften erklärte er gleich, dass das Kokain ihm gehöre. Zudem hatte er noch weiteren Stoff in der Hosentasche. Der Mann arbeitet in der Logistik-Branche und verdient offenbar nicht schlecht. Zumindest kassierten die Polizisten nach der Strafanzeige eine Sicherheitsleistung in Höhe von 26 000 Euro, ehe der Pole wieder entlassen wurde.
Nur 20 Minuten später hatten es die Polizisten mit einem "Schneefall" auf dem gleichen Hügel zu tun: Ein 32-jähriger Brite bereitete gerade eine Line vor, als ihn die Polizei ansprach und er sofort das weiße Pulver fallen ließ. Kostenpunkt hier: 12 400 Euro.
Nur 20 Minuten später hatten es die Polizisten mit einem "Schneefall" auf dem gleichen Hügel zu tun: Ein 32-jähriger Brite bereitete gerade eine Line vor, als ihn die Polizei ansprach und er sofort das weiße Pulver fallen ließ. Kostenpunkt hier: 12 400 Euro.
Reisegruppe auf dem Weg zum Oktoberfest verunglückt
Eine Reisegruppe von den Philippinen ist am Sonntagmorgen von Mailand zum Oktoberfest nach München aufgebrochen, als ihr Bus von der Fahrbahn abkam und umkippte. Zwei Menschen starben bei dem Unfall auf der Autobahn 96 bei Buchloe im Ostallgäu, zahlreiche weitere wurden verletzt, manche von ihnen schwer.
Stadt warnt: Großer Andrang auf der Oidn Wiesn
Über ihre Social-Media-Kanäle, unter anderem in ihrer Instagram-Story, weist die Stadt darauf hin, dass derzeit großer Andrang auf der Oidn Wiesn herrscht und mahnt: "Bitte kommen Sie zu einem späteren Zeitpunkt".
Platzkonzert endet mit Bayernhymne und bunten Luftballons
Das Platzkonzert endet heuer mit der Bayernhymne, dazu steigen etliche bunte Luftballons in den strahlend blauen Himmel. Zuvor haben einige den Taktstock geschwungen: Wiesnstadträtin Anja Berger (Grüne), der diesjährige Preisträger des Ehrenpreises der Wiesnwirte, Gästeführer Georg Reichlmayr, Jörg Lehmann, der neue Hofbräu-Brauereidirektor, Hanna Sammüller, Chefin des Kreisverwaltungsreferats, und zum Grande Finale auch Dominik Krause, erstmals in seiner Funktion als Oberbürgermeister.
Ob die Musikantinnen und Musikanten auf das Taktgefühl der Dirigentinnen und Dirigenten angewiesen sind oder ob sie es auch ohne deren Hilfe hinbekämen, bleibt dabei ein Geheimnis.
Ob die Musikantinnen und Musikanten auf das Taktgefühl der Dirigentinnen und Dirigenten angewiesen sind oder ob sie es auch ohne deren Hilfe hinbekämen, bleibt dabei ein Geheimnis.
Sonntagmittag vor der Bavaria steigen Ballons in den blauen Himmel. Foto: Jacqueline Lang
Oberbürgermeister Dominik Krause stimmt den Bayerische Defiliermarsch an. Video: Jacqueline Lang
300 Blasmusiker versammeln sich am Fuße der Bavaria. Video: Jacqueline Lang
Streit mit dem Taxler nach dem Wiesnbesuch
Ein betrunkener Oktoberfestbesucher aus Starnberg hat sich in einem Taxi übergeben und dann im Streit um die Kosten für die Reinigung ein Holzscheit auf den Taxifahrer geworfen. Vorher habe der 29-Jährige dem Taxifahrer schon mit einer Axt gedroht. Nun wird gegen den 29-Jährigen ermittelt.
Mehr Patienten als vergangenes Jahr und einige dramatische Einsätze für die Sanitäter
Acht Tage Oktoberfest – und am anstrengendsten für die Sanitäter war der gestrige mittlere Wiesn-Samstag. Allein an dem Tag haben sie 858 Patientinnen und Patienten versorgt, von morgens bis Mitternacht. Insgesamt versorgte der Aicher-Sanitätsdienst 4243 Patientinnen und Patienten, das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt.
Die meisten Patienten (35 Prozent) wurden wegen „alkoholbedingter Beschwerden“ versorgt, wie der Sanitätsdienst in seiner Zwischenbilanz mitteilt. Fast ebenso viele (32 Prozent) hatten Schnittverletzungen, Platzwunden, Prellungen oder Brüche. Für den Sanitätsdienst arbeiten in der Oktoberfest-Zeit 430 Einsatzkräfte, unter ihnen 36 Ärztinnen und Ärzte. An Tagen, an denen besonders viel los ist, seien bis zu 150 Mitarbeiter gleichzeitig an der Sanitätsstation im Einsatz.
Ob Wiesnbesucher mit Kopfverletzung im Krankenhaus weiter behandelt werden müssen, klärt eine Untersuchung im Computertomograf direkt auf dem Festgelände. Bisher war der bei 64 Patienten im Einsatz.
In der ersten Woche habe man auch mehrere sehr ernste Einsätze gehabt, heißt es in der Mitteilung der Sanitäter. Ein 78-jähriger Besucher musste reanimiert werden, bei einem 47-jährigen Brezn-Verkäufer erkannten die Einsatzkräfte einen akuten Herzinfarkt. Und auch der tödliche Unfall an einem Fahrgeschäft wird erwähnt. „Solche Einsätze beschäftigen natürlich auch erfahrene Einsatzkräfte und zeigen, dass hinter unseren Statistiken immer einzelne Menschen und Schicksale stehen“, sagte der Geschäftsführer der Aicher Ambulanz, Michel Belcijan.
Der jüngste Patient war erst ein Jahr alt, der Junge hatte leichte Verletzungen im Gesicht. Er wurde kurz versorgt und durfte wieder zu seinen Eltern.
Die Sanitäter im Einsatz in der vergangenen Woche. Foto: Johannes Simon
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